Aktuelles aus der Sitzung im Juli

Vor der Sommerpause ging es in der Sitzung am 26. Juli unter anderem um die Forsteinrichtung (siehe unten), neue Gesichter und Interessantes aus Stadt und Verwaltung.

Den Auftakt machten wie immer die Bürgerfragen. Die Frage nach einem Energiesparkonzept der Stadt ließ Vorschläge des Gemeindestages bekanntwerden, wie mit der aktuellen Energiesituation umgegangen werden soll.

Vorgeschlagen werden die Schließung des Hallenbades über den Winter, die Absenkung der Temperaturen in den Klassenzimmern (wären WIR polemisch, könnte man sagen, dass das ja ohnehin keine Rolle spielt, wenn wegen der anhaltenden Coronagefahr viel gelüftet werden muss; sind WIR aber nicht...) und das Abstellen des Warmwassers in den Sporthallen. Auch das spätere An- und frühere Abschalten sowie die Reduktion der Straßenbeleuchtung waren im Gespräch.

Auch wenn niemand in Möckmühl an dieser Situation etwas ändern kann, ist doch die Frage an die "große" Politik, ob die deutsche Energiewende und die daraus zumindest anteilig resultierenden Maßnahmen anderen Ländern Vorbild sind bei der Bekämpfung des nicht zu leugnenden Klimawandels. Aber, wie geschrieben, das Problem lösen wir in Möckmühl nicht. 

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Nächster und heiß diskutiertester Punkt war dann die Vorstellung der abgeschlossenen Forsteinrichtung und besonders der Hiebsatz, der neu festgelegt werden muss. Vorgeschlagen von der Forstverwaltung war, diesen auf 7,5 Efm/ha (bisher bei ca 6,5 Efm/ha) zu erhöhen. Nach langer Diskussion über die Bevorratungsfunktion des Waldes, die Gefahren von zusätzlichen Einschlägen durch Klimaschäden und der Hinweis, dass angesichts der Energiekrise ja auch Holz für die Energiegewinnung der Möckmühler Bürger in Form von Kaminholz eine Rolle spielen kann (HINWEIS: Die Diskussion ist hier nicht vollständig wiedergegeben), stimmte eine Mehrheit (hauptsächlich der Fraktionen Freie Wähler, CDU und WfM...) im Interesse des Waldes für den geringeren Hiebsatz von 6,5 Efm/ha. 

Der Abschied vom langjährigen Bittelbronner Ortsvorstehers Heiko Gieser stand dann auf der Tagesordnung. WIR wünschen Herrn Gieser für seine Zukunft alles Gute.

An seiner Stelle rückt Ulrich Schellenbauer für die Freien Wähler in den Gemeinderat nach, Ortsvorsteher und damit beratend anwesend in den Sitzungen wird Andreas Neubert, seine Stellvertreterin als Ortsvorsteher ist Frau Michaela Puhlfürst.

WIR wünschen allen dreien viel Kraft für ihre Aufgaben, und freuen uns auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.

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Ein Schmankerl der deutschen (Landkreis-)Verwaltung dann beim nächsten Punkt. Seit drei (!!!) Jahren möchte ein Möckmühler Bürger einen Carport im Nachtigallenweg errichten. Leider außerhalb des Bebauungsplans. Daher wurden verschiedene Gutachten fällig (sechs Anlagen in der Sitzungsvorlage), der Möckmühler Gemeinderat muss sich mit dem Projekt befassen (haben wir gern gemacht, nur zur Vedeutlichung...) und nun wartet er noch auf die endgültige Genehmigung durch das Landratsamt.

Wer mit dem Amt zu tun hat, weiß, wie lange das dauern kann, außer, es werden Bußgelder fällig. Das Antragsverfahren kostet den Bürger in etwa soviel wie der Carport.

Ohne damit die Mitarbeiter der Ämter kritisieren zu wollen, macht das doch deutlich, was uns im Land lähmt.

Und dass die Verwaltung, wie ein Stadtrat anmerkte, keinen Spielraum hat, ist auch nicht ganz korrekt.

Es ist eben nur die Frage, ob man sich eine Behörde (nicht nur, aber auch) als Dienstleister versteht und an Lösungen arbeitet.

Oder ob nur Probleme gesehen werden. Im Landratsamt scheint es eher letzteres zu sein, was wohl eine Frage der Vorgaben von der Leitung des Amtes ist.

Von daher einen ganz herzlichen Dank an die Möckmühler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, die stets um Lösungen bemüht sind!

Am Ende standen dann noch verschiedene Fragen bzw. Anmerkungen. Sehr zum Bedauern von Eltern, Kindern und des Gemeinderats muss die Ganztagesbetreuung im Schwärzweg leider bis auf Weiteres wegen erheblichen Personalmangels eingestellt werden. Für die Eltern, die berufstätig und auf die Betreuung angewiesen sind, ist das besonders bitter.

Die Verwaltung ist auf der Suche nach Lösungen und auch WIR werden an dem Thema dranbleiben, da die Situation in dieser ohnehin angespannten Zeit eine zusätzliche Belastung für Eltern und Kinder darstellt.

Auch wenn das sicher kein Trost ist, so stehen wir in Möckmühl mit diesem Problem nicht allein da (siehe hier).

Ein Artikel, der von einem Zuschuss zum Kunstrasen auf Platz 2 in Höhe von 80.000€ berichtete, war unlängst in der Heilbronner Stimme zu lesen. Da das Projekt an sich knapp 500.000€ kosten und bei Realisierung angesichts der anstehenden Sparmaßnahmen zu Recht Fragen aufwerfen würde, wird dieser Zuschuss erst einmal nicht abgerufen werden. 

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Bei der Waldbegehung des Gemeinderats am 30. Juni wurde der GR vom Förster Reiner und seinen KollegInnen über die stattfindende Forsteinrichtung (Näheres hier) und den Zustand des Möckmühler Stadtwaldes informiert.

Nach der Stadt Eppingen ist Möckmühl der zweigrößte Waldbesitzer in Heilbronn, und trotz einiger Schäden, die durch den Klimawandel und die Trockenheit hervorgerufen wurden (und leider immer noch werden) ist unser Wald dank der jahrzehntelangen umsichtigen Arbeit von Revierförster Reiner (der sich in unserem Wald noch nie verlaufen hat :-) in einem guten Zustand.

Und wird dank seines Weitblicks auch für die kommenden Herausforderungen gerüstet sein. 

Von einigen Baumarten (Esche und Fichte) werden wir wohl Abschied nehmen müssen, dafür werden vermehrt Eichen und Douglasien dem Wandel des Klimas trotzen können.

WIR danken allen, die sich für den Erhalt und die Zukunft unseres schönen Waldes einsetzen. Der ja auch für viele Menschen ein Ort der Erholung und des Krafttankens ist.